In the jungle, the giant jungle...


Nach dem Tena-Eintrag kommt jetzt direkt wieder ein Dschungel-Erlebnis von mir, das aber Tena (meiner Meinung nach) ziemlich übertroffen hat!
Das Wochenende vor Weihnachten haben wir nämlich noch zwei Tage frei genommen und dann gemeinsam mit unseren dänischen Mitfreiwilligen eine viertägige Dschungeltour im Naturschutzreservat Cuyabeno gemacht. Dieses Reservat liegt "in der Nähe" der Stadt Lago Agrio und so sind wir erstmal mit dem Bus dorthin gefahren. Ab unserer Ankunft dort war alles im Preis der Tour enthalten und so haben wir uns vom Terminal auf den Weg zum verabredeten Treffpunkt, einem Hostel etwas außerhalb der Stadt gemacht. Dort gab es erstmal Frühstück und nach etwa 2 Stunden Wartezeit in den Hängematten im Hostel kam dann der kleine Bus, der uns zum Reservat bringen sollte. Wir sechs kamen zusammen in einen Bus, die anderen Teilnehmer in einen anderen. Und so begann eine zweistündige Fahrt mit wenig Platz, dafür aber umso mehr Hitze. Als wir dann an der Brücke angekommen sind, von denen die Busfahrer am Anfang gesprochen haben, gab es erstmal Mittagessen: Nudeln mit einer Käsesauce und für die nicht-Vegetarier unter uns (also alle außer mir) noch mit Tunfisch, nicht sehr dschungelmäßig-exotisch also.
Von der Brücke aus ging es dann mit einem Boot noch einmal fast drei Stunden über den Fluss durch den Regenwald, bis wir an unserer Lodge ankamen, in der wir die nächsten vier Tage und drei Nächte verbringen würden. Dort hatten wir dann etwa eine Stunde Zeit, uns einzurichten, dann ging auch schon der erste Ausflug los. Also wieder rein ins Boot und los zur Laguna grande, der größten Lagune im Nationalpark, schwimmen und Sonnenuntergang angucken. Die Ankündigung des Schwimmens sorgte am Anfang für etwas Beunruhigung, vor Allem, als unser Guide sorglos erklärte, dass die gesamte Lagune ebenso wie der angrenzende Fluss Cuyabeno als Lebensraum für Kaimane, Anacondas und Piranhas diente. Aber beim Schwimmen in der Lagune sei noch nie etwas passiert, da die gefährlichen Tiere an dieser Stelle nicht so viel Nahrung fänden und sich deshalb nicht so besonders oft dort aufhielten. Ebenso wie die Moskitos übrigens, wie er uns stolz erzählte, da das Wasser des Flusses schwarz ist und Moskitos klares Wasser bevorzugten.
Es herrschte also eine gewisse Angst vor, ins Wasser zu gehen, wenn man erstmal drin war, vergaß man die aber zum größten Teil, jedenfalls war das bei mir so, denn es war so unglaublich schön, beim Baden im warmen Lagunen-Wasser den Sonnenuntergang zu betrachten, der jeden Tag atemberaubend schön war und einfach den Schmutz von der Reise abzuwaschen. Als es dann fast dunkel war, sind wir wieder zurück ins Boot und unter einem unbeschreiblichen Sternenhimmel zurück zur Lodge gefahren.
So endete eigentlich jeder unserer Tage dort. Nur am Samstag haben wir nach dem Baden eine Nachtwanderung im Dschungel gemacht. Nach dieser Wanderung fanden wir heraus, dass unsere Sorgen bezüglich des Badens nicht ganz unbegründet waren, denn ungefähr fünf Meter von der Stelle, an der wir etwa eine Stunde zuvor noch im Wasser waren, entdeckten wir im Schein der Taschenlampe ein Paar roter Augen, die einem etwa 3 Meter gehörten Kaiman, einem Kaiman negro  gehörten. Und als der im Wasser verschwand, sah der Guide nicht weit entfernt eine Boa im Baum hängen. Zwar ein aufregendes Erlebnis, ich hatte so gehofft, in unserer Zeit dort einen Kaiman zu sehen und auch die Schlange war spannend, aber irgendwie doch ein bisschen beunruhigend.
Ansonsten bestanden unsere Tage aus sehr leckerem Essen, das von einer netten Frau hier aus Ibarra zubereitet wurde, und Ausflügen mit dem Boot, bei denen wir von Affen über Schlangen, Faultieren, Papageien und anderen Vögeln bis hin zu Insekten so unglaublich viele verschiedene tolle Tiere entdeckten und ihnen ein bisschen bei ihrem Treiben im Wald zuschauten.
Einmal waren wir auch etwas mehr als zwei Stunden im Wald wandern, dort lag ein starker Fokus auf den Pflanzen; der Guide erklärte uns die verschiedensten Nutzungsweisen unterschiedlicher Bäume. Einer dieser Bäume war für einige von uns ziemlich interessant, denn man konnte die Zweige rauchen. Das taten wir während einer kurzen Pause dann auch.

Am Sonntag haben wir dann zwei "Communities" besucht, die dort leben, in der einen haben wir sehr leckere Yuca-Fladen gebacken und gegessen, nach einem weiteren kleinen Picknick auf dem Fluss waren wir nach noch bei einer größeren Gemeinschaft, die gerade eine Art Fußballturnier abhielten, bei dem wir zuguckten, bevor wir weiter zu einem Schamanen fuhren, der uns seine Arbeit demonstrierte.

Ebenfalls am Sonntag, wie auch am Montag, mussten wir schon früh aufstehen, denn um sechs sind wir mit dem Boot los, um eventuell noch ein paar mehr Tiere und Aktivitäten sehen zu können.

Ich möchte gar nicht mehr so viel zu dem Wochenende schreiben, der Eintrag ist ja auch schon wieder gar nicht mehr soo kurz, und ich habe einige Bilder gemacht. Also, seht selbst:
In Lago Agrio 





Auf diesem Bild versteckt sich ein Vogel. Wer findet ihn?



Hier legen die Zikaden ihre Eier ab



Auch auf diesem Bild kann man wieder ein Tier suchen...










Wer sieht die Fledermäuse? :) 


















Nicht das beste Bild, aber hier seht ihr den Kaiman in der Lagune 





Yuca-Fladen backen




Fußballspiel in der Community


So sahen wir nach unserem Besuch beim Schamanen aus












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