Das erste Mal Oriente!

Endlich kommt jetzt auch mal wieder ein Post von mir! Tut mir leid, in letzter Zeit habe ich den Blog leider ein bisschen schleifen lassen, werde jetzt (hoffentlich) aber wieder aktiver sein...
Es fehlt zwar noch der Eintrag über unseren Wochenendtrip nach Mindo vor ein paar Wochen, den habe ich noch nicht ganz fertig, aber um nicht ganz soo viel hinterher zu sein, schreibe ich jetzt erstmal über unsere erste Reise in den Oriente dieses Jahr, nach Tena. Und ich muss sagen, bis jetzt war das wohl mein Highlight hier in Ecuador. Die nächsten beiden Reisen werden dem Ganzen wohl ziemlich Konkurrenz machen, aber ich will ja nicht "spoilern"...

Letztes Wochenende sind wir also nach Tena gefahren. Das liegt, wie gesagt, im Oriente. Die etwa 10-stündige Hinfahrt war zwar über Nacht, doch in den letzten beiden Stunden vor unserem Ziel, als es draußen dann langsam wieder hell wurde und die Fahrgäste nach und nach aufwachten, konnte man schon sehen, dass sich die Gegend vor dem Fenster ganz schön verändert hatte.. statt hoher Berge sah man dort jetzt ziemlich hohe Bäume, riesige Farne und andere exotische Pflanzen und die Luftfeuchtigkeit hatte sich deutlich erhöht. Kurzum: Es war alles viel grüner geworden.
Nachdem wir dann endlich in Tena angekommen waren, suchten wir das Hostel, das uns von den Quito-Freiwilligen empfohlen wurde und checkten dort ein. Bei einem sehr leckeren Frühstück dort, überlegten wir, was wir denn an diesem Tag machen könnten. Es war gerade etwa 9 Uhr morgens, wir hatten also den ganzen Tag Zeit. 
Nach Beratung des (deutschsprechenden) sehr netten Herbergsvaters entschieden wir uns dann für Rafting, denn das soll man in Tena besser machen können als sonst irgendwo in Ecuador.
So organisierte er uns also eine Rafting-Tour ab 10. Das bedeutete, wir mussten uns nun etwas beeilen, denn wir mussten uns noch umziehen und wollten uns wenigstens mal abduschen...

Doch um kurz nach 10 standen wir alle drei (Lukas war zuhause geblieben) fertig wieder im Haupthaus, wo unser Rafting-Guide und der Tscheche, der das Ganze mit uns erleben würde, schon auf uns warteten. Nach der Bezahlung und nachdem wir uns in eine Liste eingetragen hatten, ging es dann auch los. In einem Pickup (diesmal aber vorne, hinten war unter einer Plane Ausrüstung) ging es etwa eine dreiviertel-Stunde durch die Stadt und den Wald, bis wir an einem Ufer des Río Napo (der übrigens in den Amazonas mündet; deshalb meinte der Guide auch einige Male zu uns, wir könnten jetzt jedem erzählen, dass wir quasi auf dem Amazonas raften waren) anlangten, an dem wir uns nochmal mit Mückenschutz und Sonnencreme eindeckten (es half natürlich nicht; nach dem ersten Mal Reinfallen war alles weg, meine Beine sahen hinterher entsprechend gut aus...) und eine Sicherheitseinweisung bekamen. Dann wurde meine Action-Camera am Guide-Helm befestigt (und diesmal tatsächlich auch angeschaltet haha); den ganzen Weg über wurde dieser Helm zwischen unseren Begleitern herumgereicht und es wurden viele lustige Fotos und Videos gemacht. Einige davon werde ich wahrscheinlich am Ende hier mit einfügen.
Anschließend machten wir noch ein kleines Ruder-Training im stillen Wasser, um zu wissen, wie man auf alle Befehle des Guides am Besten reagiert, bevor wir uns auch schon in die ersten kleinen Wellen stürzten. Ich weiß noch, wie wir geschrien haben, als das erste bisschen Wasser ins Boot spritzte und das Ding nur ein bisschen wackelte...oh Mann. Die ersten Wellen waren wirklich noch eher klein. Trotzdem haben wir es geschafft, nach etwa 5 Minuten einen Stein zu rammen und den Tschechen damit als ersten ins Wasser zu bringen.
Ich möchte jetzt hier nicht den ganzen Rafting-Verlauf beschreiben, das würde den Rahmen etwas sprengen, aber um es zusammenzufassen: Wir sind einige Male schön ins Wasser gefallen, waren zwischendurch aber auch freiwillig schwimmen. Was wir gut an unserer Tour fanden, war, dass wir nach etwa der Hälfte auf einem kleinen Strand gehalten und dort zuerst Spiele gespielt haben, anschließend hatten wir die Möglichkeit, dort etwas handgemachtes von den dort lebenden Indígenos zu kaufen. Das war eine gute Abwechslung zu der Aufregung im Wasser, die wir die restliche Zeit erlebten. Gegen Ende der Tour hatten der Tscheche und ich nochmal die Möglichkeit, uns vorne auf die Spitze des Bootes zu setzen, während wir über eine schnellere Stelle geschwommen sind, das war auch noch mal ganz anders und ziemlich lustig, weil du irgendwie immer das Gefühl hast zu fliegen, bevor das Boot dann in ein Loch fällt. Außerdem war es lustig, weil ich irgendwann runtergefallen bin.. und zwar ins Boot und dann wegen der immer noch andauernden Wellen und Löcher nicht mehr hochkam...
Bevor das Ganze hier zu lang wird: Das war mein erstes Mal Rafting und ich muss sagen, es hat mir super viel Spaß gemacht! Ich bin froh, dass die Wellen nicht ganz so hoch waren, als wir da waren, ein Typ im Hostel erzählte uns abends, dass es zu einer bestimmten Zeit im Jahr an der Stelle, an der wir waren, Wellen zwischen 2 und 5 Metern gebe und dass es dann erst richtig Spaß machen würde...

Auf jeden Fall sind wir, nachdem wir wieder aus dem Wasser raus sind und uns trockene Klamotten angezogen hatten, mit dem Auto wieder zurück ins Hostel gefahren, wo wir uns erstmal ein bisschen ausruhten und uns überlegten, was wir mit dem restlichen Tag anfangen wollten. Wir entschieden uns dann, in die Stadt zu gehen und uns einen Park anzugucken, der allerdings leider schon zu hatte. Auf dem Weg dahin begegneten wir allerdings dem Tschechen, der sich gerade bei einer Frau, die auf der Straße Saft verkaufte, etwas zu Trinken gekauft hatte und unterhielten uns dann. Die Frau bot uns dann einen eher seltsam schmeckenden Saft zum Probieren an. Ich muss wohl ein ganz begeistertes Gesicht gemacht haben, denn sie wollte gar nicht mehr aufhören, mit kostenlos nachschenken zu wollen. Anschließend haben wir uns dann überlegt, da der Park bereits zu war, ins Stadtzentrum zu laufen und uns den Platz dort anzusehen. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Abstecher zu einem Turm auf einer Brücke, auf den man rauf konnte und von dem man einen ziemlich schönen Ausblick über die Stadt, den Wald und die Berge hatte. Komischerweise hatte ich dort ziemliche Höhenangst, sodass ich den Blick gar nicht richtig genießen konnte... Ist schon seltsam, da hänge ich mich an Seile und fahre über Schluchten und sitze in riesigen Schaukeln hoch über der Stadt (da hatte ich am Anfang auch tierisch Angst, ich dachte, mein Leben wäre vorbei, aber als ich dann erstmal hing oder schaukelte, war es auch gut und es hat eigentlich nur noch Spaß gemacht), und dann steige ich auf so nen bekloppten Turm und kriege heftige Angst.
Der Platz im Stadtzentrum stellte sich dann als eher unspektakulär heraus. Schön, aber sehr sehr klein. Zum Abschluss des Abends waren wir dann noch etwas essen und sich zurück ins Hostel gelaufen. Dieser Weg war immer ziemlich anstrengend, denn zum Hostel musste man eine sehr, sehr steile Straße hoch laufen, die auch nicht unbedingt als kurz bezeichnet werden kann. Im Hostel war dann noch ein Salsa-Abend, da haben wir natürlich nicht nein gesagt. :) Wir haben uns also zuerst mit den Anderen Salsa-Erklär-Videos angeschaut und zwischendurch auch selbst mit dem Herbergsvater getanzt. Wir sind aber nach etwa einer halben Stunde wieder gegangen, denn am nächsten Tag wollten wir auch noch etwas machen und mussten aber nachmittags um 3 schon wieder los nach hause, deshalb wollten/mussten wir relativ früh anfangen.

Anfangen womit? Naja, erstmal den Bus nicht zu verpassen, das wäre uns nämlich fast passiert, dann wäre unser Ausflug ziemlich geschrumpft zeitlich. Doch wir haben ihn zum Glück noch bekommen und sind dann damit wieder an einen Abschnitt des Río Napo gefahren, jedoch an einen anderen Teil als am Samstag. Dort haben wir Luis getroffen, unseren Guide für diesen Tag. Luis hat eine deutsche Frau, die wir auch gleich noch kennengelernt haben, bevor wir in eines der langen Boote gestiegen sind, die dort am Strand lagen und (diesmal mit Motorkraft) unsere Fahrt begonnen haben. Das war ganz schön cool, denn wir hatten das ganze Boot für uns alleine und die Aussicht war auch super. Zwischendurch hat uns Luis ein bisschen was darüber erzählt, wie dieser und jener Vogel heißt, der dort gerade auf einem Stein sitzt oder schwimmt.
Jetzt denkt ihr euch sicher "schon wieder fahren die Boot, ist ja langweilig". Das stimmt aber nicht. Die Bootstour war super, aber eigentlich nur Transportmittel. Denn unser eigentliches Ziel war eine Schokoladenfarm im Dschungel. Dort angekommen, zeigte Luis uns jeden Schritt von der Kakaobohne zur Schokolade und am Schluss durften wir die Schokolade, die wir an diesem Tag hergestellt haben, dann auch genießen. Warm und auf Brot. Das war super super lecker und auf jeden Fall eine tolle Erfahrung. Und wir wissen jetzt, wie man Schokolade macht! Das ist eigentlich gar nicht so schwierig, vielleicht machen wir ja selbst mal hier Schokolade..😌
Nach dem Essen mussten wir leider schon wieder zurück ins Hostel, denn kurz darauf fuhr unser Bus nach Quito. Wir hatten uns für die Rückfahrt für den etwas kürzeren Weg entschieden, der dafür einmal Umsteigen beinhaltete. Einen Direktbus nach Ibarra wie auf dem Hinweg hätte es aber ohnehin nicht gegeben, wie wir bei unserer Ankunft feststellten. 
Nach ein paar Schwierigkeiten mit dem Folgebus (der Bus war voll und die Frau im Büro wollte uns eigentlich kein Ticket mehr verkaufen, wir durften dann aber freundlicherweise vorne beim Fahrer mitfahren) und nun etwa 7 Stunden Fahrt, kamen wir um ca. 22 Uhr heile wieder in Ibarra an.






Unsere Toilette im Hostel
Und ihre Gebrauchsanweisung









 Schokolade selbst machen







Das ist am Schluss raus gekommen. Und es war super lecker!









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