Ibarra

So, da waren wir dann endlich. In Ibarra, der Stadt, in der wir das ganze nächste Jahr leben und arbeiten würden. Sie gefiel uns auf Anhieb. Ibarra ist deutlich kleiner als Quito und dadurch auch viel leiser, ruhiger, sauberer (oh ja, die Luft ist sooo viel besser hier!!) und naja, irgendwie einfach schöner. (Auf die Sache mit dem "leiser" komme ich später noch mal zurück, bei genauerer Betrachtung ist es nämlich doch gar nicht so leise hier... :D)

Doch der Umzug nach Ibarra war nicht ganz so leicht, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir hatten nämlich bei unserer Ankunft hier noch keine Wohnung. Die Wohnung unserer Vorgänger stand uns zwar noch für etwa eine Woche zur Verfügung, es hatte dort allerdings Probleme mit den Vermietern gegeben und deshalb mussten wir uns eine neue Wohnung suchen. Das war dann auch ein wenig unsere Aufgabe. Wir mussten eine neue Wohnung suchen. Es stand schon eine zur Auswahl, die haben wir uns an diesem Abend dann auch gleich noch angeguckt. Eigentlich war sie auch ziemlich gut. Trotzdem haben wir den folgenden Tag zum Teil damit verbracht, nach anderen Wohnungen zu suchen.

Der andere Teil dieses Freitags war ein wenig aufregender: Wir haben nämlich endlich auch unsere Fundación, die Fundación Cristo de la Calle kennengelernt! Das bedeutet, wir sind zuerst in die Fundación an sich, also quasi den Hauptsitz gegangen, haben ein bisschen mit unserer Chefin gesprochen und uns vorgestellt und dann sind wir in die drei "Casas familias" gefahren. Das sind die Häuser, in denen die Kinder leben und in denen wir das nächste Jahr arbeiten werden. Das war schon ziemlich spannend und der erste Eindruck der Kinder und Häuser sehr positiv. Auf mein Haus und die Kinder werde ich dann ein bisschen genauer eingehen, wenn ich über meine Arbeit hier schreibe. Auf jeden Fall wurden wir von den Educadoras, also den "Erzieherinnen" in den Häusern, und auch den Kindern, sehr lieb in Empfang genommen und die Kinder konnten es gar nicht erwarten, wenn wir nächsten Mittwoch wiederkommen würden.

Nach der Fundaciónsbesichtigung stellte sich dann heraus, dass wir doch die Wohnung haben könnten, die wir uns bereits am Donnerstagabend angeschaut hatten. Das bedeutete dann, dass wir noch an diesem Abend mit dem Umzug begannen, um schon diese Nacht in der neuen Wohnung zu schlafen. Außerdem bedeutete das für das nächste Jahr: Großes Wohnzimmer mit riesiger Fensterfront, Dachterasse, ein eigenes Zimmer für jeden und ein offenes Bad. An das offene Bad haben wir uns zum Glück alle relativ schnell gewöhnt. Das Wochenende verbrachten wir dann damit, hier einige notwendige Dinge zu erledigen und uns in der neuen Wohnung einzuleben und auszuruhen.

Und am Mittwoch war es dann soweit: Unser erster Arbeitstag begann. Die ersten drei Tage, also bis Freitag, hatten wir noch einen relativ lockeren Arbeitstag, das bedeutet, dass wir noch keine 8 Stunden arbeiten mussten und auch teilweise erst später anfingen als jetzt. Aber wie gesagt, auf unseren Arbeitsalltag werde ich in einem anderen Blogeintrag nochmal eingehen.


Da dieser Eintrag noch nicht so lang ist und wir in der Hinsicht noch nicht soo viel erlebt haben, möchte ich jetzt noch ein wenig von unseren ersten Wochenenden hier berichten:
Das erste Wochenende haben wir, wie schon gesagt, mit Einkäufen, Erledigungen, Ausruhen verbracht. Doch schon das zweite Wochenende haben wir die ersten Ausflüge unternommen.
Am Samstag waren wir in Otavalo. Das ist eine kleine Stadt, etwa eine halbe Stunde von Ibarra entfent. An sich hat diese Stadt nicht viel zu bieten. Sie ist sehr klein und auch nicht besonders hübsch. Doch was diese Stadt so berühmt und zu etwas Besonderem macht, sodass wir sicherlich auch noch einige Male wiederkommen werden, ist der Markt. Denn in Otavalo befindet sich ein ziemlich großer Markt, auf dem man alles Mögliche kaufen kann, was man auch nur ansatzweise mit Ecuador verbindet. Beispielsweise lassen sich dort sehr sehr sehr viele Pullis, Decken, Hängematten, Jacken,... mit sehr schönen Mustern aus sehr weichem Lamafell kaufen. Oder Schmuck. Oder sonstige Souvenirs in allen möglichen Ausführungen.
Dort haben wir also den Samstag verbracht und sehr viele Eindrücke neben den ersten (wirklich nicht sehr vielen) Einkäufen mit nach Hause gebracht.
Am Sonntag waren wir dann wandern. Wir sind zur Lagune gefahren, die hier ebenfalls in der Nähe ist und dort auf einen Berg gelaufen. Auch wenn wir irgendwann aus Versehen auf einen Privatweg gelaufen sind und uns auf dem Rückweg zwischen einem Tor und der Wand hindurchquetschen mussten, um wieder runter zu kommen oder unsere Knöchel hinterher ziemlich zerstochen waren, hat sich die ganze Aktion doch gelohnt. Von oben hatte man eine tolle Aussicht auf die Lagune und die Stadt, und es super viel Spaß gemacht, mit den anderen beiden zu wandern.

Am darauffolgenden Wochenende ging es dann etwas weiter weg: Wir sind nämlich ans Meer gefahren, genauer, nach Mompiche. Wo das genau ist, habe ich euch mal verlinkt, ich hoffe, das funktioniert.😅
Dieser Trip war leider nicht ganz so schön wie erwartet, da das Wetter nicht wirklich mitgespielt und es die meiste Zeit geregnet hat. Dazu kam, dass meine Mitfreiwillige und ich am Samstag irgendwas zu uns genommen haben (wir tippen stark auf den (einzigen!) Cocktail am Abend), das dazu geführt hat, dass es uns den Sonntag über nicht gut ging und wir diesen hauptsächlich auf der Hängematte und dem Sofa unseres Hostels verbracht haben. Auch am Montag sind wir früher von der Arbeit nach hause gegangen, um uns von dem Cocktail und seinem unbekannten Inhaltsstoff zu erholen. Wir müssen also auf jeden Fall noch mal nach Mompiche, denn die Stadt an sich und auch der Strand sind echt schön!

Die beiden weiteren Wochenenden, die wir jetzt schon hier sind, lassen sich in einem Abschnitt zusammefassen:
Das letzte Wochenende haben wir tagsüber ziemlich viel gegammelt; ausgeschlafen, Serien geguckt,... Samstag Abend waren wir dann mit zwei Jungs, die wir bei dem Salsakurs, zu dem meine Mitfreiwillige hier und ich uns hier angemeldet haben und zu dem wir jeden Mittwoch und Donnerstagabend gehen, kennengelernt haben, bei dem großen Umzug, mit dem die die ganze Woche hier stattfindenden Fiestas de Ibarra eingeläutet wurden. Anschließend waren wir noch bei einem Basketballspiel und etwas essen. Am Sonntag waren wir dann wieder mit den beiden Jungs in Chachimbiru, das sind Schwimmbäder mit warmem Wasser. Dabei gibt es mehrere Becken mit unterschiedlichen Temperaturen zwischen 4 und 48 Grad. Das Gute ist, dass dieses Schwimmbad bis 2 Uhr nachts aufhat, das bedeutet, wir sind abends dahin und im Dunkeln war das Ganze dann auch irgendwie nochmal cooler als bei Tag :D. Anschließend sind wir dann hochgefahren. Genau wie Quito hat auch Ibarra einen Engel als Wahrzeichen, der auf einem Berg über der Stadt steht. Von dort kann man die gesamte Stadt sehen und auch das ist bei Nacht sehr eindrucksvoll und wirklich schön. Als wir wieder unten waren, sind wir mit den beiden noch in einen Club gegangen. Dort war es schön und die Zeit dort hat Spaß gemacht, doch sind wir beiden hellhäutigen Mädchen doch so sehr aufgefallen, dass selbst der DJ uns nach vorne gerufen hat und wir uns vorstellen mussten. Das Ganze wurde verstärkt durch die Tatsache, dass sich im Club eigentlich nur Afroecuadorianer aufgehalten haben...
Dieses Wochenende wird wahrscheinlich ähnlich ablaufen wie das Letzte. Gestern Abend waren wir beiden Mädchen bei unserem Lieblingschinesen hier essen. Sehr ecuadorianisch, ich weiß, aber es gibt hier wirklich viiiele Chinesen. Wieder zuhause angekommen, bin ich ziemlich direkt eingeschlafen und wir beide haben bis heute Mittag bzw. Nachmittag ziemlich durchgeschlafen. Als wir dann alle drei wach waren, haben wir die Wohnung geputzt, nachmittags um 4 "gefrühstückt" und seit einiger Zeit sitze ich jetzt hier und aktualisiere endlich mal wieder meinen Blog :D Heute Abend werden wir wohl zu Konzerten gehen, die ebenfalls im Zuge der Fiestas hier in einem Park stattfinden. Was wir danach und morgen machen, steht noch nicht fest, sollte es allerdings etwas interessantes sein, werde ich euch hier davon berichten.

So, jetzt ist dieser Eintrag doch ziemlich lang geworden, trotzdem möchte ich euch noch kurz erzählen, was ich am Anfang meinte, dass diese Stadt doch nicht so leise ist, wie sie am Anfang auf uns gewirkt hat. Das Ganze ist nicht so spektakulär, wie ihr jetzt vielleicht erwartet, aber trotzdem auf Dauer ziemlich nervtötend: Hunde. Es gibt in Ibarra sehr sehr viele Hunde, was an sich eigentlich nichts besonders Schlechtes wäre, vor Allem, weil die meisten von ihnen nicht mal auf der Straße leben, wie erwartet. Was daran nervt, ist das Gekläffe. Allein in unserer Nachbarschaft gibt es eine Menge Hunde und jedes Mal, wenn es auch nur den kleinsten Anlass gibt, fängt einer von ihnen an zu bellen. Und wenn einer bellt, machen alle anderen doch gleich mit. So kann es gut mal passieren, dass man morgens um 5 geweckt wird, weil um das Haus herum ungefähr 20 Hunde am bellen sind und gar nicht mehr damit aufhören wollen. Und das ist wirklich etwas nervig.

Das reicht jetzt aber mal für heute würde ich sagen! In Kürze wird es dann noch einen Eintrag über meinen Arbeitsalltag geben, ihr dürft also gespannt sein! ;)

Bis dahin sage ich hasta luego und bis bald, eure Swantje :)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Abschluss

Temazcal-eine Erfahrung der besonderen Art

Fotos