Es wird ernst

¡Hola!
So, nach einiger Zeit melde ich mich jetzt auch mal wieder. In dieser Zeit ist aber auch schon wieder einiges passiert:

Unabhängig von meinem Freiwilligendienst habe ich mein Abitur gemacht. Mit der Schule bin ich jetzt also endgültig fertig! :)
Aber auch in Sachen Ecuador musste einiges unternommen werden:
Zuerst einmal gab und gibt es auch immer noch das große Thema Spenden sammeln. Da bin ich leider nicht ganz so erfolgreich, wie ich es mir erhofft habe. Ich habe ziemlich viele Firmen und Vereine und Freunde und Bekannte und und und kontaktiert, aber leider nur von den Wenigsten überhaupt eine Rückmeldung bekommen. In Sachen Spenden muss ich mich bis zum Abflug also noch mal reinhängen, bei einigen Firmen vielleicht noch mal nachhaken und mir Alternativen überlegen zu den Firmen, die ich bereits kontaktiert habe.
Das ist aber auch zum Glück das einzige Thema, bei dem es bei mir nicht so erfreulich aussieht. :)

Ich nehme mal das aktuellste Thema zuerst: Das Visum.
Das war vielleicht ein Aufwand! Der Antrag zu Beginn war noch relativ entspannt. Ja, es musste ein Formular ausgefüllt und relativ viel Papierkram zusammengesucht werden, aber das ging alles ziemlich reibungslos. Doch gerade, als ich den Antrag abgeschickt habe, habe ich eine Email von der Ecuador Connection bekommen, dass wir dieses Jahr zusätzlich zu dem, was wir schon hatten, ein polizeiliches Führungszeugnis mit Apostille und beglaubigter Übersetzung zur Beantragung des Visums brauchten. Ich bin also bei uns zum Bürgeramt und habe erklärt, dass ich gerne ein polizeiliches Führungszeugnis mit Apostille beantragen würde. Leider wusste die nette Dame dort nicht so wirklich, wie das mit der Apostille funktioniert und erzählte mir einen wirklich sehr umständlichen Weg, wie ich an mein Führungszeugnis plus Apostille kommen würde. Das wirklich Ärgerliche an der Sache war, dass wir ein paar Tage später in den Urlaub fahren wollten und das ganze hin und her mit dem Antrag vorher nicht mehr geschafft hätten. Also erkundigten wir uns und fanden heraus, dass es möglich ist, mit einem Antrag auf ein Führungszeugnis zum Bundesamt für Justiz zu kommen und einem das Zeugnis vor Ort ausgestellt wird. Ebenso verhält es sich mit der Apostille. Wir beschlossen also, das Ganze so abzuarbeiten und telefonierten dann mit der Botschaft in Hamburg, ob es möglich wäre, das Ganze erst als Scan oder Foto per Email zu versenden und bei Abholung des Visums die Originaldokumente mitzubringen. Zum Glück zeigten sie sich dort kooperativ und so planten wir unsere Reise.
Bevor wir losfahren konnten, musste ich allerdings nochmal ins Bürgeramt, den Antrag auf ein Führungszeugnis abholen, was ebenfalls etwas kompliziert war, da so ein einzelner Antrag zum Mitnehmen offenbar noch nie beantragt worden war. Doch nach einigem Hin-und Hergelaufe der Angestellten dort bekam ich den Antrag dann. Und dann konnten wir endlich los in den Urlaub fahren:
Am ersten Tag sind wir also zuerst nach Bonn gefahren und haben dort im Bundesamt für Justiz den Antrag abgegeben. Nach wenigen Minuten Wartezeit, wir hatten uns wirklich kaum ins Wartezimmer gesetzt, bekam ich mein Zeugnis dann auch schon in die Hand gedrückt. Als konnten wir unseren Weg fortsetzen: Nach Köln, zum Bundesverwaltungsamt. Da mussten wir schon etwas länger warten, aber dann bekam ich ohne Probleme auch die Apostille ausgehändigt. Zuvor hatten uns auch Übersetzer in Köln rausgesucht, demnach mussten wir die nur noch durchtelefonieren, wer Zeit hat, und dann konnten wir die Dokumente auch schon übersetzen lassen. Und dann fuhren wir endgültig in den Urlaub.

Vor ein paar Tagen haben mich die Leute von der Botschaft dann wieder per Email angeschrieben: Wann ich denn nach Ecuador fahren würde und mit der Aufforderung, die Visumsgebühr zu zahlen. Einige Tage hatten wir Kontakt, dann vorgestern Abend (14.8.) um 9, die Aufforderung, gestern, also am 15. um 11:45 in Hamburg zu erscheinen. Also wurden noch schnell Zugverbindungen rausgesucht und nach einer knapp dreistündigen Fahrt hielt ich dann gestern endlich mein Visum in den Händen! 💗🎉

Ein weiteres wichtiges Ereignis zum Thema Ecuador war auch das  von weltwärts vorgeschriebene Vorbereitungsseminar, das vom 30.Juli bis zum 9.August auf der Halbinsel Schwanenwerder in der Nähe von Berlin stattfand. Da konnte ich dann endlich auch meine Mitfreiwilligen kennenlernen und kann sagen, dass ich mich jetzt nur noch mehr auf mein Jahr in Ecuador freue! Was ich auf dem Seminar mitbekommen habe, sind wir echt ne coole Truppe und hoffe, wir haben eine tolle Zeit zusammen in Ecuador! Neben den Themen, die wir zu besprechen hatten, hatten wir super viel Spaß; waren schwimmen, Volleyball und Tischtennis spielen, haben Akrobatik und Yoga gemacht und und und...
Aber auch die "Theorieblöcke", die alle von ehemaligen Freiwilligen in Ecuador vorgestellt wurden, abgesehen von den Exkursionen, die wir gemacht haben, waren super interessant! Einige waren zwar etwas anstrengend und wir waren abends ziemlich platt, aber es haben eigentlich alle zum Denken angeregt, waren lehrreich oder direkt relevant für das kommende Jahr und allein deshalb schon interessant. In diesen Böcken haben wir beispielsweise über unsere Projekte im Allgemeinen, über Krankheiten, die wir eventuell in Ecuador bekommen könnten, über Behinderung, Rassismus, Kolonialismsus, weltwärts-Kritik und so weiter gesprochen. Das haben wir auf ganz unterschiedliche Art und Weise präsentiert bekommen, ob wir nun Exkursionen, bspw. in ein Tageszentrum für Menschen mit Behinderung oder einen postkolonialen Spaziergang durch das afrikanische Viertel in Berlin gemacht haben, oder die Themen per PowerPoint präsentiert bekamen, Texte gelesen oder Spiele zum Verständnis gespielt haben: Jeder Block war irgendwie anders und das machte das Ganze erst richtig spannend. :)

Spannend wird es auch im Allgemeinen immer mehr: Heute in 11 Tagen, also am 27. August, fliege ich. Das sind keine zwei Wochen mehr!! So langsam steigt die Spannung, genau wie die Vorfreude, ebenso wie das Begreifen, dass es jetzt wirklich, wirklich bald für ein Jahr weggeht. Wenn man so darüber nachdenkt, ist das kaum vorzustellen, dass es schon so bald so weit sein soll!

Ich bin auf jeden Fall neugierig und freue mich auf die bevorstehende Zeit!
Ich bin noch nicht ganz sicher, ob noch ein Blogpost kommen wird, bevor ich fliege, oder ob das hier der letzte aus Deutschland sein wird. Es kann gut sein, dass ich mich das nächste Mal erst wieder von ecuadorianischem Boden aus melden werde und das ist wirklich unglaublich!!!

Bis zum nächsten Mal, sei es nun aus Deutschland oder Ecuador, verabschiede ich mich jetzt jedenfalls.

Swantje


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